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Einzelunternehmen, Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft?

Die optimale Wahl der Rechtsform

Die Wahl der Rechtform ist eine der ersten Fragen bei der Neugründung eines Unternehmens. Nach bereits mehrjährigem Bestehen kann sie allerdings erneut relevant werden, wenn steuerliche Neuerungen, veränderte private oder geschäftliche Umstände eine mögliche Änderung als vorteilhaft erscheinen lassen.

Durch die Rechtsform einer juristischen Person wird der Rahmen für ihre Entscheidungen und den organisatorischen Aufbau festgelegt. Die Hauptgesichtspunkte bei der Wahl der Rechtsform sind Haftung, Geschäftsführung, Größe des Unternehmens und Eigentümerstruktur; Einzelheiten sind in der Satzung (öffentlich-rechtlich oder privatrechtlich), respektive dem Gesellschaftsvertrag festgelegt.

Beratung vor der Rechtsformwahl ist empfehlenswert

Der Rechtsformwahl sollte eine eingehende Beratung durch den Fachmann vorausgehen. Dabei werden ausschlaggebende Umstände besprochen, wie beispielsweise ob es sich um ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit handelt, welche Rechtsform möglicherweise in Ihrer Branche üblich ist, ob Kosten und Kapital ein Thema sind und ob die Gründung mit Partnern oder allein stattfinden soll. Demzufolge wird unterschieden zwischen Einzelunternehmen und Gesellschaften, die sich wiederum in Personen- und Kapitalgesellschaften aufteilen.

Personen- und Kapitalgesellschaften

Ein Merkmal von Personengesellschaften ist, dass kein Mindestkapital bei der Gründung aufgebracht werden muss und die Gesellschafter nicht nur Inhaber, sondern auch Leiter der Firma sind. Dafür haften sie allerdings im schlimmsten Fall mit ihrem Privatvermögen. Dem gegenüber steht die Kapitalgesellschaft, bei der die Aktionäre bzw. Gesellschafter nur zur Haftung in Höhe der von ihnen geleisteten Einlagen herangezogen werden können. Mit diesen Kapitaleinlagen sind sie zwar an dem Unternehmen beteiligt, dadurch aber nicht automatisch berechtigt, Einfluss auf die Geschäftsführung zu nehmen.

Aus der klassischen Unterscheidung zwischen Personen- und Kapitalgesellschaft sind einige Sonderformen entstanden wie die Partnerschaftsgesellschaft für freiberuflich Tätige oder die Ein-Personen-GmbH. Ein Modell, das Aspekte beider ursprünglicher Gesellschaftsformen vereint, ist die GmbH & Co. KG, bei der die volle Haftung der KG von der haftungsbeschränkten GmbH übernommen wird.

Neue Wege lassen sich auch dank der Europäischen Union beschreiten: So kann inzwischen auch eine auf britischem Recht basierende Limited (Ltd.) in Deutschland gegründet werden oder eine Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV) zweier oder mehrerer in verschiedenen Ländern agierender Gesellschaften; für grenzüberschreitend tätige, größeren Unternehmen wurde die Rechtsform der Europäischen Aktiengesellschaft (SE) geschaffen.

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